Sitzender man als Skelett

Warum ist zu viel Sitzen gefährlich?

Was passiert im sitzenden Körper und was sind die negativen gesundheitlichen Folgen?

Übersicht über den aktuellen Forschungsstand.

  • Kardiovaskuläres System

    Sitzen schädigt das Herz und erhöht das Infarktrisiko

    Sitzen führt zu einem insgesamt langsameren Blutfluss und einem geschwächten Herzmuskel, was zu einem höheren Blutdruck und chronischen Entzündungen in den Blutgefäßen führt.

    Die Kombination aus ungesunder Ansammlung von Körperfett und verringerter Muskelmasse führt zu einem höheren Anteil ungesunder Fette im Blut, was das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöht.

    Wer mehr als sieben Stunden am Tag sitzt, hat ein um 85% erhöhtes Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben.

    Für jede zwei Stunden, die eine Person täglich im Sitzen verbringt, steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um weitere 5%.

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  • Lunge und Atemwege

    Sitzen beeinträchtigt die Atmung langfristig mit schweren Folgen

    Das Sitzen am Schreibtisch mit hängenden Schultern und gerundeter Wirbelsäule führt zu einer erheblichen Verringerung der Lungenkapazität, die durch die mangelnde Bewegung des Zwerchfells aufgrund der Kompression des Bauches zwischen Oberkörper und gebeugter Hüfte noch verstärkt wird.

    Im Laufe der Zeit wird die Atmung chronisch beeinträchtigt, was zu verminderter Energie und negativen Auswirkungen auf die Gehirnfunktionen führt, einschließlich Konzentrations- und Gedächtnisstörungen und überraschenderweise einem erhöhten Schlaganfallrisiko.

  • Darm

    Sitzen schädigt das Verdauungssystem

    Sitzen führt dazu, dass die Nahrung im Darm zusammengedrückt wird, was die Verdauung beeinträchtigt und zu langfristigen, schwachen Entzündungen im und um den Darm herum führen kann, die sich negativ auf die gesunde Darmflora (Mikrobiom) auswirken.

    Dies wird mit Darmerkrankungen in Verbindung gebracht und kann auch zu Allergien, Asthma, metabolischem Syndrom, Herzerkrankungen und Krebs beitragen.

  • Bauch mit Adipositas

    Sitzen ist einer der Hauptverursacher für Adipositas

    Zu langes Sitzen beeinflusst die Hormone Dopamin und Leptin, die eine wichtige Rolle bei der Regulierung von Hunger und Sättigung spielen. Eine Gewichtszunahme als Folge von Inaktivität kann einen Teufelskreis in Gang setzen, in dem es immer schwieriger wird, Gewicht zu verlieren.

    Übergewicht erhöht das Risiko für eine Reihe schwerwiegender Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Herzkrankheiten und Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Nieren- und Lebererkrankungen; es kann auch zu Schlafstörungen führen und eine Reihe von Problemen des Bewegungsapparats verursachen.

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  • Lunge mit Metastasen

    Sitzen erhöht nachgewiesen das Krebsrisiko

    Mehr als 8 Stunden tägliches Sitzen erhöht das Risiko für Lungenkrebs um 54%, für Gebärmutterkrebs um 66% und für Dickdarmkrebs um 30%.

    Dies ist zum Teil auf hormonelle Veränderungen (IGF-1), eine übermäßige Insulinausschüttung, einen Zustand ständiger unterschwelliger Entzündung und eine verringerte Produktion von antioxidativen Enzymen zurückzuführen.

    Das Risiko, an Krebs zu sterben, ist für Menschen, die mehr als 11 Stunden am Tag sitzen, um 82% erhöht.

  • Kardiovaskuläres System und Pankreas

    Sitzen erhöht das Diabetesrisko

    Die Fähigkeit des Körpers, effektiv auf die Aufnahme von Zucker zu reagieren, wird durch langes Sitzen stark beeinträchtigt, was zu Insulinresistenz und Diabetes führt.

    Langfristig erhöhte Blutzuckerwerte führen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Nierenversagen, Nervenschäden, Blindheit und Amputationen von Gliedmaßen.

  • Nackenmuskulatur

    Sitzen und die Halswirbelsäule

    Die typische Schreibtischhaltung mit nach vorne gebeugtem Nacken und Kopf führt zu Wirbelsäulenproblemen, chronischen Zerrungen, Kopfschmerzen und Bandscheibenvorfällen.

  • Gesäßmuskeln

    Sitzen führt zu irreparabeln Veränderungen der Gesäßmuskeln

    Die Gesäßmuskeln sind ein wesentlicher Baustein für die natürliche Fortbewegung des Menschen und werden durch das Sitzen erheblich in Mitleidenschaft gezogen.

    Die chronische Unterforderung der Hüftmuskulatur führt zu Verspannungen und einer eingeschränkten Bewegungsfreiheit, während eine geschwächte Gesäßmuskulatur die Stabilität einer Person beeinträchtigt.

    Beide Effekte können zu einem erhöhten Risiko für Stürze führen, insbesondere bei älteren Menschen. Die im Sitzen ständige Kompression von Nerven und Gefäßen führt zu chronischen Schädigungen und teils irreperablen Veränderungen an Muskeln, Faszien und Nerven mit der Folge von chronischen Schmerzen und Trainingsresistenz.

  • Wirbelsäule und Muskulatur vom unteren Rücken

    Sitzen ist Hauptrisikofaktor für Bandscheibenvorfälle

    Sitzen übt einen enormen Druck auf die Wirbelsäule aus, vor allem an kritischen Stellen. Dies führt zu Bandscheibenvorfällen, chronischen Rückenschmerzen und Degeneration der Wirbelsäule.

    Viele leiden auch unter den psychischen Auswirkungen der Rückenschmerzen, was allzu oft zu einer übermäßigen Verschreibung von Opioiden führt.


    In einer Studie in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München, konnten wir die Wirksamkeit von Walkolution bei Patienten mit chronsichen Rückenschmerzen zeigen. Lesen Sie mehr.

  • Gehirn

    Sitzen schädigt auch das Gehirn mit weitreichenden Folgen

    Bewegung löst die Freisetzung von Nervenbotenstoffen aus, die für das Bewusstsein, die korrekte Gedächtnisfunktion und die Stimmungsstabilität unerlässlich sind.

    Das Gehirn funktioniert wie ein Muskel. Ohne ausreichende Bewegung schrumpft das Gehirn förmlich und erhöht das Risiko für die Entwicklung von Depressionen, Angstzuständen, Demenz (einschließlich Alzheimer), Aufmerksamkeitsstörungen und vielem mehr.

    Eine gestörte Reaktion auf Stress wirkt sich auch negativ auf zahlreiche andere Organe aus, einschließlich der Herz- und Darmfunktion, was wiederum Auswirkungen auf das kognitive und psychologische Wohlbefinden hat.

  • Sanduhr

    Sitzen verkürzt die Lebenserwartung

    Die Leichtigkeit unseres modernen Arbeitstages geht auf Kosten unserer Langlebigkeit.
    Langes Sitzen erhöht die Wahrscheinlichkeit eines vorzeitigen Todes.

  • Verstellbarer Schreibtisch

    Warum Steh-Schreibtische keine Lösung bieten

    Stehen bei der Arbeit ist nicht gesünder als Sitzen. Es löst nicht das grundlegende Problem, nicht aktiv genug zu sein. Es werden auch nicht mehr Kalorien verbrannt, viele Benutzer klagen über Müdigkeit und Rückenschmerzen sowie über Schmerzen in den Beinen.

    Tatsächlich deuten viele Forschungsergebnisse sogar darauf hin, dass langes Stehen mehr schadet als nützt.

  • Beteiligte Muskulatur beim laufen

    Zuviel Sitzen kann durch Sport NICHT kompensiert werden

    Sportliche Aktivität und sitzende Tätigkeit sind zwei völlig verschiedene Dinge. Sie sind nicht so eng miteinander verbunden, wie wir früher glaubten.

    Entgegen der weit verbreiteten Meinung, dass zu viel Sitzen durch ein Plus an Training kompensiert werden kann, ist dies nicht möglich. Sitzen schadet dem Körper unabhängig von sportlicher Aktivität und körperliche Aktivität kann die sitzende Zeit nicht ausgleichen.

Buchcover Death by Sitting. Bürostuhl mit Sensenmann Schatten

Was ist das Problem mit zu viel Sitzen?

"Death by Sitting. Why We Need A Movement Revolution" erklärt anschaulich, warum der menschliche Körper für langes Sitzen so ungeeignet ist und welche spezifischen Gesundheitsrisiken mit einem sitzenden Lebensstil verbunden sind.

Das Buch zeigt aber auch, wie unsere kognitive Leistungsfähigkeit und unser mentales Gleichgewicht durch körperliche Aktivität deutlich verbessert werden können.

Geschrieben vom Facharzt und Walkolution-Gründer Dr. med. Eric Söhngen. Veröffentlicht im Jahr 2018, eine Neuauflage ist für 2023 geplant.

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